Am 2. Oktober 2010 luden die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz e.V. und der Deutsch-Amerikanische Internationale Frauenclub (DAIFC) erstmals zum Deutsch-Amerikanischen Tag in die Räumlichkeiten der Atlantischen Akademie. Erinnert wurde an die Ankunft von 13 deutschen Familien nahe Philadelphia und die Gründung der Stadt Germantown am 6. Oktober 1683.
Mehr als 140 Bürger aus dem Raum Kaiserslautern, Deutsche und Amerikaner, folgten der Einladung und begingen gemeinsam den 1983 vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan eingeführten Feiertag, der den Beitrag deutscher Einwanderer und ihrer Kultur für die Entwicklung der Vereinigten Staaten sowie die bedeutende Rolle der deutsch-amerikanischen Freundschaft würdigt.
Zu Beginn begrüßte der Direktor der Atlantischen Akademie, Wolfgang Tönnesmann, die Gäste und zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz. Er bedankte sich bei den Verantwortlichen des DAIFC für die sehr gute Zusammenarbeit. Zudem verlas er das Grußwort des rheinland-pfälzischen Innenministers und Vorsitzenden des Vorstandes der Atlantischen Akademie Karl-Peter Bruch 37.88 Kb , der leider an diesem Tag verhindert war. Minister Bruch erinnerte an den 300 Jahre zurückliegenden Beginn der Auswanderung Deutscher nach Amerika und die Bedeutung, die diesen Einwanderern in der Entwicklung der Vereinigten Staaten zukam und weiterhin zukommt. Nicht weniger wichtig sah der Minister die Erinnerung und den Dank an die amerikanischen Soldaten, die im 20. Jahrhundert mithalfen, zwei blutige Kriege auf dem europäischen Kontinent zu beenden und damit die Grundlage für Freiheit und Demokratie in Deutschland legten. Obwohl die Auswanderer Europa den Rücken kehrten, hätten sie und die ihnen folgenden Einwanderer in die USA zum Zusammenwachsen der Welt beigetragen, mit der Folge, dass Probleme in der Wirtschafts-, Finanz- oder Umweltpolitik heute nur noch gemeinsam und im Dialog gelöst werden könnten. Hierzu leisten der DAIFC mit seinen Vorsitzenden, Bruni Pütz und Wanda Wirthlin, das docu center Ramstein unter der Leitung von Michael Geib, die Atlantische Akademie und nicht zuletzt die an diesem Tag ausgezeichneten Wolfgang Herzog und Sgt. Terence DeLay einen sehr großen Beitrag, wofür ihnen Minister Bruch dankte.
In weiteren Grußworten hießen die Vorsitzenden des DAIFC, Bruni Pütz und Wanda Wirthlin, die Anwesenden willkommen. Sie betonten ebenfalls die Bedeutung der genannten Einrichtungen in der Entwicklung und Festigung der deutsch-amerikanischen Freundschaft.
Angesichts der großen Zahl von über einer halben Million Auswanderer aus dem pfälzischen Raum nach Amerika im Zeitraum vom späten 17. Jahrhundert bis heute, machte Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt deutlich, dass eine solche Veranstaltung in den Räumen der Atlantischen Akademie längst überfällig sei. Aber nicht nur die damit zusammenhängenden familiären Beziehungen prägten und prägen die Stadt Kaiserslautern. Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg hin zur größten amerikanischen Militärgemeinde mache die enge Verbindung der Region zu den Vereinigten Staaten offenkundig. In institutionalisierter Form finde sich dies in zwei Städtepartnerschaften Kaiserslauterns mit Davenport (Iowa) und Columbia (South Carolina) wieder. Die Pflege dieser Freundschaft, so die Bürgermeisterin, sei elementar wichtig für eine moderne, internationale und weltoffene Stadt wie Kaiserslautern. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten nach Meinung von Frau Wimmer-Leonhardt Institutionen wie das Deutsch-Amerikanische Bürgerbüro (GACO), die Atlantische Akademie und der DAIFC und sie dankte ihnen für dieses Engagement und ihre Arbeit.
Den Beitrag der deutschen Einwanderer zur Entwicklung der Vereinigten Staaten stellte auch Patricia E. McQuistion, Major General, Commander, 21st Theater Sustainment Command, Kaiserslautern, Germany, heraus. So zählen die Deutschen mit insgesamt 50 Millionen zur größten Einwanderernation in den USA. Welche Bedeutung ihnen zukam und zukommt, machten Persönlichkeiten wie Albert Einstein und Carl Schurz deutlich. Zudem machte Major General McQuistion auf die aktuellen Dimensionen der deutsch-amerikanischen Militärbeziehungen aufmerksam und würdigte das deutsche Engagement in Afghanistan. Abschließend dankte sie dem DAIFC und der Atlantischen Akademie.
In seinem Vortrag „Keeping the Past Alive" stellte der Leiter des docu center ramstein, Michael Geib, die Projekte der Einrichtung anhand von Bildmaterial und Exponaten aus der 65jährigen Geschichte der Amerikaner in der Region rund um Kaiserslautern vor. Im Anschluss an die Vorträge konnte die Gäste Fotos, Plakate und andere Exponate in einer Ausstellung besichtigen. Information hierzu finden sich unter http://www.dc-ramstein.de/.
Als Höhepunkt der Veranstaltung zeichneten Bruni Pütz und Wanda Wirthlin mit dem Vorstand der Technische Werke Kaiserslautern, Wolfgang Herzog, und dem Sergeant der U.S. Streitkräfte, Terence DeLay, zwei Männer aus, die sich um die deutsch-amerikanische Freundschaft verdient gemacht haben. Während Herzog die Arbeit des DAIFC über Jahre hinweg maßgeblich unterstützte und vor allem bei der Organisation der Pfennigbasare behilflich war, engagierte sich DeLay für den Erhalt und die Pflege des amerikanischen Gräberfeldes auf dem Kaiserslauterer Hauptfriedhof. Insbesondere die Gräber von 451 amerikanischen Kindern liegen ihm hier am Herzen. Bruni Pütz hob seine Arbeit als besondere Form des Kulturaustauschs hervor.
Zum Abschluss der Veranstaltung ergriff der stellvertretende Vorsitzende der Atlantischen Akademie, Werner Kuhn, das Wort, um sich zum einen bei dem DAIFC und dem Team der Atlantischen Akademie für das Engagement sowie den Anwesenden für ihr Kommen zu bedanken. Zum anderen nutzte er die Gelegenheit, den Gästen die neue American Library der Atlantischen Akademie vorzustellen, die durch die Spende der US-Army beträchtlich erweitert wurde und nun allen Interessierten offen steht. Zur Feier des Tages überreichte Herr Kuhn den Vorsitzenden des DAIFC, Bruni Pütz und Wanda Wirthlin, die ersten Bibliotheksausweise.
Für die musikalische Untermalung des Deutsch-Amerikanischen Tages sorgte das Winds Aloft Woodwind Quintet (SSgt Avril Claytor, Flöte, SrA Justin Hummer, Oboe, SSgt Lindsay Zufall, Klarinette, SSgt Jerome Minor, Fagott, TSgt Peter Dahlstrom, Horn) mit den Stücken „Washington Post March" und „Shenandoah". Die Nationalhymnen der Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland wurden als Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung von SSgt Craig Bowman gesungen.
Nach dem offiziellen Festakt wurden alle Anwesenden zu einer Social Hour geladen.
Office of the Press Secretary For Immediate Release October 06, 2010 Presidential Proclamation--German-American Day
GERMAN-AMERICAN DAY, 2010
BY THE PRESIDENT OF THE UNITED STATES OF AMERICA
A PROCLAMATION
The American story has been written by those who have come to our shores in search of freedom, opportunity, and the chance at a better life. The German men and women who braved numerous perils to cross the Atlantic long ago left a legacy of millions of Americans of German ancestry who have been an integral part of our national life. On German-American Day, we pay tribute to the role this community has played in shaping America and contributing to our progress and prosperity.
On October 6, 1683, 13 courageous German families arrived in Pennsylvania to start a new life. They began a chapter in the American narrative that has influenced our country in all walks of life, and their resolve lives on in the men, women, and families of German descent who enhance civic engagement, steer our industries, and fortify our Nation's character. With their dedication and determination, the United States has been a leader in ingenuity and entrepreneurship, and has delivered a message of hope and opportunity that resonates around the world. Today, German Americans innovate and excel as leaders in all sectors of our society.
On this occasion, we honor not only the countless achievements and rich heritage of German Americans, but also the strong ties between Germany and the United States. Our two nations share unbreakable bonds as allies with solemn obligations to one another's security; values that inspired those brave settlers four centuries ago; and a vision for a safer, freer, more peaceful, more prosperous world.
NOW, THEREFORE, I, BARACK OBAMA, President of the United States of America, by virtue of the authority vested in me by the Constitution and the laws of the United States, do hereby proclaim October 6, 2010, as German-American Day. I encourage all Americans to learn more about the history of German Americans and reflect on the many contributions they have made to our Nation.
IN WITNESS WHEREOF, I have hereunto set my hand this sixth day of October, in the year of our Lord two thousand ten, and of the Independence of the United States of America the two hundred and thirty-fifth.
BARACK OBAMA
Url: http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2010/10/06/presidential-proclamation-german-american-day Accessed: 2010-10-07
Offizielle Übersetzung
Die amerikanische Geschichte wurde von jenen geschrieben, die auf der Suche nach Freiheit, Chancen und der Aussicht auf ein besseres Leben in unser Land kamen. Das Vermächtnis der deutschen Frauen und Männer, die vor langer Zeit unzählige Gefahren überwanden, um den Atlantik zu überqueren, sind Millionen Amerikaner deutscher Abstammung, die ein wichtiger Teil unseres Landes sind. Am Deutsch-Amerikanischen Tag würdigen wir die Rolle, die diese Gemeinschaft bei der Gestaltung der Vereinigten Staaten spielt, und den Beitrag, den sie zu unserem Fortschritt und Wohlstand leistet.
Am 6. Oktober 1683 kamen 13 mutige deutsche Familien nach Pennsylvania, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sie schlugen ein neues Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten auf, das unser Land in allen Lebensbereichen beeinflusst hat, und ihre Entschlossenheit lebt in den Frauen, Männern und Familien deutscher Abstammung weiter, die bürgerliches Engagement, unsere Industrie und den Charakter unserer Nation gestärkt haben. Mit ihrem Engagement und ihrer Entschlossenheit haben die Vereinigten Staaten eine Führungsposition auf dem Gebiet der Innovationen und des Unternehmertums eingenommen und eine Botschaft der Hoffnung und Chancen ausgesandt, die überall auf der Welt Widerhall findet. Heute bewirken deutschstämmige Amerikaner in allen Bereichen unserer Gesellschaft Neuerungen und tun sich als Führungspersönlichkeiten hervor.
Aus diesem Anlass würdigen wir nicht nur die zahllosen Leistungen und das reiche Vermächtnis der deutschstämmigen Amerikaner, sondern auch die starken Bande zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Unsere beiden Länder sind Bündnispartner und teilen die gegenseitige Verpflichtung für die Sicherheit des anderen, gemeinsame Werte, die jene mutigen Siedler vor 400 Jahren inspirierten, und die Vision von einer sichereren, freieren, friedlicheren und wohlhabenderen Welt.
AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, BARACK OBAMA, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den 6. Oktober 2010 zum Deutsch-Amerikanischen Tag. Ich ermutige alle Amerikaner, mehr über die Geschichte von Deutsch-Amerikanern zu lernen und an die vielen Leistungen zu denken, die sie für unser Land erbracht haben.
ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem sechsten Tag des Oktobers im Jahre des Herrn zweitausendzehn und im zweihundertfünfunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.
BARACK OBAMA
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