| Obama und die konservative "Revolution" |
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Obama und die konservative Revolution - Auswirkungen auf die Innen- und Außenpolitik der USA Zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung und dem US-Generalkonsulat in Frankfurt lud die Atlantische Akademie am 8. Februar zur Fachtagung „Obama und die konservative ‚Revolution' - Auswirkungen auf die Innen- und Außenpolitik der USA" ein. In den Räumlichkeiten der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz diskutierten die Referenten Professor Joel Johnson vom Augustana College in Sioux Falls, South Dakota, Wolfgang Tönnesmann, der Direktor der Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz, und Florian Böller von der TU Kaiserslautern unter der Leitung von Dr. Rüdeger Schlaga mit rund siebzig Teilnehmern über das - vor allem nach der herben Wahlniederlage des demokratischen Lagers bei den Midterm Elections 2010 - hoch aktuelle Thema der konservativen Bewegung in den USA.
Konservatismus in den USA: Individualismus, Selbständigkeit und vor allem "limited government"
Nicht alle Konservativen sind Republikaner Zur Klärung der Begrifflichkeiten, widmete Johnson einen Teil seiner Präsentation der Definition von vier unterschiedlichen Kategorien von „conservatives", und wies direkt darauf hin, dass der Begriff Konservativer nicht fälschlicherweise mit dem des Republikaners verwechselt werden darf, wenn auch die Mehrheit der Konservativen in der Grand Old Party angesiedelt sei. Die meisten US-Konservativen sieht Johnson in der Unterkategorie „traditonalists". Dennoch waren es mehr die „libertarians", die Libertären, speziell die Tea Party-Anhänger, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen. Deren wichtigstes Charakteristikum stellt die Abwehrhaltung gegenüber einem „big government" dar. Auch in der konservativen Bewegung gibt es allerdings unterschiedliche Ansichten, welche die Zugehörigkeit zu den jeweiligen Untergruppen bestimmen. Johnson betonte, dass diese immer wieder zu Spannungen unter den Konservativen führen. Das Einverständnis, dass sie dennoch „better off together" seien sowie die Besinnung auf eine gemeinsame Basis, halte die Gruppen letztlich allerdings doch zusammen. Dieser Umstand ergebe sich allerdings auch durch das Zwei-Parteien-System der USA, so Johnson. Ohne das Mehrheitswahlrecht, das in der Regel zu einem Zweiparteiensystem führe, hätte die in den Medien stark vertretene "Tea Party" bereits ihre eigene Partei gebildet und sich von der republikanischen Partei abgespalten. Die wichtige Frage und Aufgabe, die sich der republikanischen Partei stelle, sei nun, einen Weg zu finden, von der "Tea Party" zu profitieren, sie aber gleichzeitig auch in Zaum zu halten.
Ist Amerika wirklich so konservativ wie oft behauptet?
Die "Tea Party": Protest von unten mit viel Unterstützung von oben
Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern, Kongress und Präsident, sind nötig, doch schwer zu erzielen Im letzten Teil seines Vortrags ging Tönnesmann auf programmatische Aussagen der Republikaner zur Kongresswahl ein, darunter die Wahlplattformen der Tea Party, der Republikaner und des Abgeordneten Paul D. Ryan. Gehe man ins Detail der republikanischen Vorschläge, könne es durchaus Kompromisse mit den Demokraten im Senat wie mit dem Präsidenten geben. Dafür habe Obama in seiner State of the Union Address am 25. Januar 2011 Angebote gemacht. Würden die unterschiedlichen Positionen jedoch als Konflikte aufgezäumt, bei denen es um die "wahre Identität" Amerikas gehe, so wie von manchen Konservativen vorgetragen, sei die dringend erforderliche Einigung über die politischen Lager hinweg eher unwahrscheinlich.
Die außenpolitische Bilanz Obamas ist gemischt: Nicht auf allen Gebieten konnte er den versprochenen Wandel realisieren
Als "Commander in Chief" kann der Präsident Außenpolitik gestalten Allerdings verblieben Obama in diesen Fragen, ebenso wie in der Innenpolitik, nach den Zwischenwahlen Gestaltungsspielräume: Hierzu trägt nach Einschätzung Böllers bei, dass Obamas Status als „Commander-in-Chief" gerade in Bezug auf sicherheitspolitische Herausforderungen auch von den Konservativen nicht hinterfragt wird und die Tea Party-Bewegung noch nicht über ein scharfes außenpolitisches Profil verfügt. Zudem ergeben sich gerade im Bereich der internationalen Wirtschaftspolitik oder auch der transatlantischen Beziehungen inhaltliche Schnittmengen zwischen Opposition und Demokraten im Kongress. Daher bedeutet der Schatten des „Divided Government", so Böller, noch nicht das Scheitern der ambitionierten außenpolitischen Agenda des Präsidenten. In einer regen Abschlussdiskussion, moderiert von Dr. Rüdeger Schlaga (im Bild 2. vl. links) , konnte das Publikum noch einmal Fragen an alle Referenten richten.
Der Bericht wurde verfasst von Matt Levin und Yasmin Djabarian, die zurzeit ein Praktikum bei der Atlantischen Akademie absolvieren.
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