Atlantisches Forum: Die Midterms – Schicksalswahl für die Demokraten und die amerikanische Demokratie?

Kennziffer:

18-080

Referent:

Dr. Philipp Adorf, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Termin:

Dienstag, 6. November 2018, 18-19.30 Uhr

Ort:

TU Kaiserslautern, Geb. 57, Raum/Room 208/210 (Rotunde)

Partner:

Politikwissenschaft II, TU Kaiserslautern

Zielgruppe:

Alle Interessierten

Ihr Beitrag:

keiner

Speaker:

Dr. Philipp Adorf ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem der Aufstieg der Republikanischen Partei in den Südstaaten seit 1960, die „Christian Right“ und ihre Allianz mit den Republikanern und der demografische Wandel der USA.

Beschreibung:

Es war zu erwarten, dass die Trump-Präsidentschaft eine Ära wie keine vorherige darstellen würde. Das Ausmaß der Miss- und Verachtung politischer Normen in den ersten beiden Jahren der Amtszeit des 45. Präsidenten hat aber selbst erfahrene Analysten und Wissenschaftler überrascht. Kaum ein Tag vergeht in der amerikanischen Hauptstadt, in dem nicht ein neuer Skandal des Präsidenten an die Öffentlichkeit gelangt oder dieser seine vermeintlichen Feinde aus verschiedenen Lagern mit einer Rhetorik attackiert, die despotische Züge angenommen hat. Stetig übergeht oder ignoriert der Mann im Weißen Haus demokratische Konventionen. Der Vortrag soll zunächst eine erste Bilanz bezüglich des Zustandes der amerikanischen Demokratie nach fast zwei Jahren Trump ziehen. Wie lässt sich beispielsweise erklären, dass nur wenige Akteure in der eigenen Partei versuchen, Präsident Trump Einhalt zu gebieten während die überwältigende Mehrheit der Republikanischen Wählerschaft ebenso hinter ihm steht?

In diesem Umfeld findet ein elektoraler Wettbewerb statt, der weitere Verwerfungen in sich birgt. Eine Vielzahl von Indikatoren deutet zwar auf eine Eroberung zumindest eines der beiden Häuser des Kongresses durch die Demokratische Partei hin, doch erscheint es alles andere als sicher, dass der Präsident trotz eines Zustimmungswertes von ungefähr 40 Prozent seine Mehrheiten verlieren wird. Auch die Republikaner rechnen sich berechtigte Chancen auf eine weitere Kontrolle beider legislativer Kammern aus. Welche Faktoren werden also schlussendlich wahlentscheidend sein? Abschließend stellt sich die Frage des zukünftigen Weges der amerikanischen Demokratie: Wird die potenzielle legislative Mehrheit der Demokraten Donald Trump die Grenzen aufzeigen? Oder kann der kampfeslustige Präsident den Machtausbau seiner Gegner gar für seine Wiederwahl nutzen?

Cover: (c) "The dome of the US Capitol building" by Diliff is licensed under CC BY-SA 3.0.