Das Programmjahr 2025 der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz (AA) hat einmal mehr gezeigt, wie eng die Entwicklungen in den USA mit der rheinland-pfälzischen Öffentlichkeit verflochten sind. In zahlreichen Formaten – von Vorträgen und Podien über Seminare und Konferenzen bis hin zu Filmreihen, Lesungen und Konzerten – haben wir die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Wiederwahl Donald Trumps sowie die Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen in den Mittelpunkt gestellt.
Die Themenpalette reichte von der US-amerikanischen Innen-, Wirtschafts- und Klimapolitik unter Trump 2.0 über Fragen der Rechtsstaatlichkeit und Verfassungstreue bis hin zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Herausforderungen im transatlantischen Raum. Besonderes Augenmerk lag auf der Zukunft des Multilateralismus, der Rolle der USA in der NATO, der europäischen Sicherheitsarchitektur sowie den Konflikten im Indo-Pazifik. Zugleich beleuchteten wir in einer Vielzahl an Veranstaltungen die Dynamiken von Desinformation, politischer Polarisierung, Medienwandel und digitaler Öffentlichkeit – von Fake News und Verschwörungserzählungen über Social-Media-Trends und konservative Geschlechterbilder bis hin zur Rolle von Popkultur und Sport.
Dank der Förderung des Auswärtigen Amtes und weiterer Partner konnte erneut ein umfangreiches kulturelles Programm mit Konzerten der Reihe „Sounds of America“, Filmvorführungen im Rahmen von „America on Screen“ sowie zahlreichen Lesungen und Kulturveranstaltungen realisiert werden. Lehrkräftefortbildungen, Jugendseminare und Workshops in Schulen ergänzten das Angebot und boten Raum für vertiefte Auseinandersetzung mit Demokratie, politischer Kultur und den transatlantischen Beziehungen aus der Perspektive junger Menschen. Allerdings erschwerte die sich bis in den September 2025 ziehende vorläufige Haushaltsführung des Bundes die Umsetzung von Projekten und hatte eine Reduktion der möglichen Projekte zur Folge.
Das Landesprogramm „Willkommen in Rheinland-Pfalz! Unsere Nachbarn aus Amerika“ (WiR!) ging 2025 in sein neuntes Jahr. Die unverzichtbare Arbeit von WiR! und seine zentrale Rolle als Koordinierungsstelle für Gemeinden, amerikanische Mitbürger*innen und die US-Militärführung in Rheinland-Pfalz wurden nachhaltig ausgebaut. WiR! unterstützte vielfältige lokale Integrationsprojekte und organisierte zahlreiche Begegnungsveranstaltungen. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sowie regelmäßige Formate wie deutsch-amerikanische Stammtische und kulturelle Events konnte das Programm das Zusammenleben fördern und die Beziehungen zwischen den Communities spürbar vertiefen. Der anhaltende Erfolg bestätigt unser Engagement: Das 2016 mit 11 Gemeinden gestartete Programm umfasst mittlerweile 42 Programm-Gemeinden.
Mit diesem breiten, interdisziplinären Programm und dem großen Engagement des Teams der AA konnte 2025 an die hohen Standards der vergangenen Jahre angeknüpft und die Rolle der Atlantischen Akademie als zentrale Akteurin der transatlantischen Bildungs- und Begegnungsarbeit in Rheinland-Pfalz weiter gestärkt werden.
[1] Siehe hierzu die Ausführungen zum Programm 2023 in diesem Jahresbericht.
Die Vielfalt der Veranstaltungsformate hat sich für die Atlantische Akademie inzwischen klar etabliert und zeigt deutliche Erfolge. Digitale Formate erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit; ihr Anteil an der Gesamtzahl der Veranstaltungen hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.
Von den 108 Veranstaltungen (ohne interne Formate und Outreach) fanden 52 online statt – rund 48 Prozent und damit deutlich mehr als im Vorjahr (2024: 22 Prozent). 56 Veranstaltungen (52 Prozent) wurden in Präsenz durchgeführt. An den digitalen Angeboten nahmen über 2.636 Personen teil, ein Plus von 18 Prozent gegenüber 2024, mit durchschnittlich mehr als 50 Teilnehmer*innen pro Veranstaltung, wobei davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Anzahl der Menschen vor den Endgeräten sogar noch höher ausfiel. Die Präsenzveranstaltungen erreichten insgesamt 2.684 Teilnehmer*innen, was einem Schnitt von über 48 Personen entspricht.
Zusätzlich wurden acht Outreach-Veranstaltungen im Rahmen und unter Koordination des Programms „Willkommen in Rheinland-Pfalz!“ umgesetzt. Diese zogen gemeinsam über 6.100 Teilnehmer*innen an. Da hierbei der Fokus weniger auf vertieften transatlantischen Diskussionen liegt, werden sie gesondert ausgewiesen. Mit insgesamt 120 Projekten erreichte die Atlantische Akademie im vergangenen Jahr mindestens 11.526 Teilnehmer*innen – durchschnittlich 96 pro Veranstaltung (siehe Abbildung 1). Damit verzeichnete sie das drittbeste Jahr ihrer Geschichte.
Ohne interne und Outreach-Formate nahmen 5.320 Personen am verbleibenden Programmangebot teil (siehe Abbildung 1). Mit diesem Ergebnis belegt das Jahr 2025 Rang vier der erfolgreichsten Jahre, hinter den Jahren 2022 bis 2024.
[1] Aufgrund der strukturellen Gegebenheiten bei Online-Veranstaltungen sind die angegebenen Zahlen als Mindestwerte anzusehen. Dies ergibt sich daraus, dass Online-Plattformen wie ClickMeeting, Zoom oder Webex lediglich die Logins zur Veranstaltung und nicht die Anzahl der Personen vor dem jeweiligen Bildschirm angeben können. Zudem sind wir und unsere Kooperationspartner bei bestimmten Veranstaltungen dazu übergegangen, diese auch auf unseren
YouTube-Kanälen zu veröffentlichen. Hierdurch erhöhen sich die Zahlen über Zeit.
[2] Diesen Zahlen sind Schätzungen, da es sich dabei um Großveranstaltungen handelte, bei denen eine genaue Erhebung der Teilnahmezahlen nicht möglich war.

Im Programmjahr 2025 konnte die Atlantische Akademie bei der Planung und Umsetzung ihrer Projekte auf ein Netzwerk von 70 Kooperationspartnern zurückgreifen. Die bewährte Zusammenarbeit mit zentralen Institutionen wie dem Auswärtigen Amt, der US-Botschaft, der Fridtjof-Nansen-Akademie Ingelheim sowie der Bundeszentrale und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz wurde fortgesetzt. Ergänzend dazu arbeiteten wir eng mit lokalen Akteuren zusammen, darunter diverse Europe Direct Zentren, Partnerschaftsvereine und Kultureinrichtungen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vernetzung innerhalb des Verbundes Deutsch-Amerikanischer Zentren (VDAZ), in dem die Akademie seit 2023 Mitglied ist. Der Direktor der Atlantischen Akademie wurde in diesem Jahr als stellvertretender Vorsitzender im Amt bestätigt und vertritt die Akademie weiterhin im Vorstand. Die Zusammenarbeit im Verbund fokussiert sich primär auf gemeinsame Interessenvertretung zur Sicherung der Bundesförderung, umfasst jedoch auch die gemeinsame Durchführung von Präsenz- und Online-Formaten.
Die finanzielle Basis unserer Arbeit wurde 2025 maßgeblich durch Drittmittel gesichert. Zu den wichtigsten Fördergebern zählten das Ministerium des Innern und für Sport (für das Landesprogramm WiR!), das Auswärtige Amt (eigene Programmlinie und Koordinationsstelle), die US-Botschaft sowie die Bundeszentrale (bpb) und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.
Das Programmjahr 2025 stand ganz im Zeichen der Amtsübernahme Donald Trumps im Januar und deren unmittelbaren Auswirkungen auf die US-Innenpolitik, die transatlantischen Beziehungen, die europäische wie auch globale Sicherheitslage. Nach Monaten des Wahlkampfes und dem Wechsel an der Spitze der US-Regierung konzentrierten sich die Aktivitäten der Atlantischen Akademie auf die Analyse dieser transformativen Entwicklungen und deren Konsequenzen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die NATO und die internationale Ordnung.
Mit 120 Veranstaltungen in verschiedenen Formaten – Vorträge, Seminare, Panels, Lesungen, Filmvorführungen und Kulturveranstaltungen – bot die Akademie ihren Besucherinnen und Besuchern eine umfassende Auseinandersetzung mit den neuen außenpolitischen Herausforderungen, innenpolitischen Verschiebungen in den USA sowie den Auswirkungen auf Deutschland und Europa.
Das Jahr begann unmittelbar mit der Amtsübernahme Donald J. Trumps am 20. Januar. In einer von unserem Vorstandsvorsitzenden Staatssekretär Daniel Stich eröffneten Online-Veranstaltung verfolgte unser Publikum Donald Trumps zweite Inauguration live und erhielt Kommentierungen und Kontextualisierungen. In den unmittelbar folgenden Wochen diskutierten wir mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politikberatung über zentrale Fragen: Ist die Demokratie in den USA gefährdet? Wie wird sich Trumps Wiederwahl auf die Verfassung und die Judikative auswirken? Welche Chancen und Risiken entstehen aus dieser Konstellation?
Das „Atlantische Forum", unsere traditionsreiche Veranstaltungsreihe mit der Politikwissenschaft der RPTU Kaiserslautern-Landau (RPTU), eröffnete im Januar mit dem Online-Vortrag „Party Transformation in Congressional Primaries" mit Dr. Mike Cowburn von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, der die interne Umstrukturierung der beiden großen Parteien unter neuen Bedingungen analysierte. Im Mai diskutierte Prof. Kimberly Wehle von University of Baltimore unter dem Titel „The Trump Administration 2.0: Challenges to the U.S. Constitution and the Judiciary" die verfassungsrechtlichen Dimensionen und im Juni folgte das Forum „Multilateralismus ohne Amerika? Mythos, Realität und Antworten auf Trump 2.0" mit Dr. Tim Heinkelmann-Wild von der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem weiteren Forum im November debattierten wir mit PD Dr. Gerlinde Groitl über die „Europäisierung der NATO? Die transatlantischen Sicherheitsbeziehungen in einer Welt im Umbruch".
Die ersten 100 Tage der zweiten Trump-Administration wurden in einem Online-Panel intensiv beleuchtet. Überdies beschäftigten wir uns mit den verfassungsrechtlichen und institutionellen Herausforderungen, denen sich die Vereinigten Staaten gegenübersehen. Dabei rückte auch die Rolle der deutschen Außenpolitik wiederholt ins Zentrum. In einem Townhall Meeting zum Thema “Außenpolitik im direkten Gespräch" diskutierten unser Direktor Dr. David Sirakov und Mirko Kruppa vom Auswärtigen Amt über Zukunft der deutschen Diplomatie und der transatlantischen Beziehungen.
Ein zentrales Thema des vergangenen Jahres war die Neu-Vermessung der transatlantischen Sicherheitsarchitektur unter veränderten Vorzeichen. Die NATO rückte verstärkt in den Fokus, nicht zuletzt durch Trumps kritische Haltung zur europäischen Lastenverteilung. Mit den Panels „To be or NATO be? Europas Sicherheit nach dem transatlantischen Kurswechsel" und „Europa rüstet sich – aber wofür? Die Zukunft der europäischen Sicherheit und Verteidigung" standen die strategischen Implikationen für Deutschland und Europa im Zentrum. Dabei kamen bekannte Expert*innen wie u.a. Dr. Christoph von Marschall (Tagesspiegel) zu Wort.
Wenig überraschend standen sowohl die Außen- und Sicherheitspolitik als auch die innenpolitischen Entwicklungen in den USA im Mittelpunkt unseres erneut vollständig ausgebuchten Flaggschiff-Formats, der Summer School 2025. Unter dem Titel „The US at a Crossroads. Demokratie und Politik unter Trump 2.0“ diskutierten wir mit 38 Teilnehmenden und 15 Referent*innen an fünf intensiven Tagen über Fragen der US-amerikanischen Innen-, Außen(wirtschafts)- und Sicherheitspolitik. Das ausführliche Programm der Summer School 2025 ist weiterhin auf der Website der AA abrufbar.
Und auch das nunmehr im vierten Jahr durchgeführte „Young Leaders Forum“, in dem junge deutsche und amerikanische Führungskräfte die Möglichkeit der Vernetzung erhalten, beschäftigte sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen wie dem Wettbewerb der Großmächte, den Folgen von Bundestags- und Präsidentschaftswahlen für die transatlantischen Beziehungen, der Zukunft der NATO und dem Krieg in der Ukraine oder auch den Herausforderungen durch den Klimawandel und dem Aufstieg von Tech-Plattformen und Künstlicher Intelligenz. In diesem Zusammenhang konnten Dr. Pascal Abb vom Peace Research Institute Frankfurt, Sarah Bressan (Global Public Policy Institute), Dr. Michael Kolkmann (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Mary Hellmich (Adelphi Consult GmbH), PD Dr. Florian Böller (Heidelberg Center for American Studies), Megan Shahi (Center for American Progress), Dr. Maximilian Klose (Universität Freiburg) sowie unser Vorstandsvorsitzender und Staatssekretär Daniel Stich (Ministerium des Innern und für Sport) als Referent*innen gewonnen werden.
Die Panel-Veranstaltung „Rheinland-Pfalz & die Zukunft der transatlantischen Sicherheitsordnung" in der Staatskanzlei in Mainz widmete sich der spezifischen Rolle des Landes als Standort wichtiger US-Militäreinrichtungen sowie Dreh- und Angelpunkt der amerikanischen Präsenz in Europa, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten. Sie fungierte zudem als Vorbereitungsveranstaltung einer Delegationsreise des rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der die Gäste mit einem Grußwort willkommen hieß. Von unserem Direktor Dr. Sirakov moderiert, diskutierte mit Cathryn Clüver Ashbrook (Bertelsmann Stiftung), Dr. Gerlinde Niehus (Brussels Freedom Hub, ehemals NATO), Dr. Leonard Schütte (Harvard University) und Staatssekretär Daniel Stich ein hochkarätiges Panel über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen.
Lehrkräfte erhielten in speziellen Online-Seminaren Grundlagen zum gesellschaftlichen wie politischen Zustand in den USA, dem neuen Ringen um Wirtschaftsmacht sowie der amerikanischen Zollpolitik und ihren wirtschaftlichen Folgen.
Unter Trump 2.0 geraten multilaterale Institutionen zunehmend unter Druck. Die Akademie untersuchte diese Verschiebungen in mehreren Veranstaltungen: „Trump gegen den Rest der Welt? Multilateralismus und Vereinte Nationen vor neuen Herausforderungen" mit Patrick Rosenow (Zeitschrift „Vereinte Nationen“) beleuchtete die Bedrohungen für das internationale System. Die Vorträge „Die USA und der Indo-Pazifik - Risiken und Rivalitäten" von Dr. Johannes Plagemann (German Institute for Global Area Studies, Hamburg) und „Online-Vortrag: Views from America: Die USA ein Jahr nach der Wahl" von Dr. Hardy Ostry (Konrad-Adenauer-Stiftung, Washington, D.C.) ordneten die geopolitischen Verschiebungen in den globalen Kontext ein.
Besondere Aufmerksamkeit galt Donald Trumps politischen Strategien und seiner Rhetorik. Dr. Philipp Adorf von der Universität Bonn analysierte in seinem Vortrag „Donald Trump im Amt – Stresstest für die amerikanische Demokratie und die transatlantischen Beziehungen" das Wirken der Trump-Administration, Christian Zrenner von Campaign Works mit Donald Trump die Wirkung, Fallen und Gegenstrategien zum „Archetyp Populist“ systematisch darstellte.
Mit Trumps Rückkehr kam auch eine Wende in der US-Klimapolitik. In den Veranstaltungen „Dismantling Climate Action. Was folgt aus der Anti-Klimapolitik Trumps?" sowie „Finding Green Futures? Climate Change in a Changing Political Climate“ erörterten Dr. Sonja Thielges von der Stiftung für Wissenschaft und Politik sowie Dr. Sarah Surak von der Salisbury University (USA) die Konsequenzen für den weltweiten Klimaschutz.
Ein kontinuierliches Thema unseres Programms blieb die Auseinandersetzung mit Desinformation und Medienkompetenz. Mit dem Workshop „Deep Dive – Desinformation in sozialen Netzwerken“ sowie der zweisprachigen Lecture-Reihe „News im Netz I und II" schulten wir Bürgerinnen und Bürger im kritischen Umgang mit Nachrichtenquellen. Die Online-Buchvorstellung „Die Alarmierten. Was Verschwörungstheorien anrichten" mit Prof. Michael Butter sowie die Vorträge „1st Amendment Under Fire? Die Pressefreiheit unter Trump" und „Zwischen Kommerz und Kritik – Popstars im politischen Rampenlicht" beschäftigten sich mit den Bedingungen öffentlicher Diskurse.
Neben dem politik-, wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen Programm setzte die Akademie ihre beliebten Kultur-Reihen fort.
Die Filmreihe „America on Screen" (AoS), die Spielfilme über gesellschaftliche und politische Fragen zeigt und mit Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert wird, wurde mit Diskussionen mit Fachleuten vertieft. Wir zeigten u.a. mit „A Complete Unknown" eine Würdigung der musikgeschichtlichen Bedeutung und Künstlerrolle Bob Dylans. Die Einführung übernahm der ausgewiesene Dylan-Kenner und Musikjournalist Thomas Waldherr. Was macht der erwachsene Sohn einer streng mormonischen Familie, wenn er erkennt, dass das von seiner Religion vorgesehene Leben für ihn falsch ist? Dieser Frage und Geschichte geht Regisseur Moritz Müller-Preißer in seinem Film „God's Other Plan“ nach. Zu unserer Veranstaltung kam der Regisseur selbst und stand Rede und Antwort. Ebenso konnten wir mit Johan Grimonprez einen weiteren Regisseur als Referenten gewinnen. In seinem Oscar-nominierten Film „Soundtrack to a Coup d'Etat" geht es um den Kampf westlicher Staaten um Einfluss und Bodenschätze im Afrika der 1960er Jahre und die Strategie der USA, Jazzgrößen wie Louis Armstrong und Nina Simone als Werbeträger*innen für die westliche Soft Power zu nutzen. Wie ist es, ein*e Migrant*in zu sein, die Flucht zu ergreifen und inmitten der Nacht eine bewachte Grenze zu überqueren? In einem kleinen mexikanischen Dorf an der Grenze zu den USA kann man diese Erfahrung in einer touristisch inszenierten Simulation nachempfinden. In unserer Veranstaltung „Night of the Coyotes“ berichtete die Regisseurin Clara Trischler über die Entstehung ihres Films sowie über das Spannungsfeld zwischen Selbstermächtigung und Trauma. Die befreiende Kraft der Kunst stand in der das Jahr abschließenden Kinoveranstaltung der Akademie. Ein im Hochsicherheitsgefängnis zu Unrecht Inhaftierter entdeckt das Häftlingstheater als Lichtblick im eintönigen und von stiller Verzweiflung geprägten Gefängnisalltag. Zur Einführung thematisierten wir das Rechts- und Gefängnissystem der USA mit Nina Heydt vom Obama Institute Mainz. Diese Formate ermöglichten es unserem Publikum, sich auf künstlerischer Ebene mit amerikanischen Werten, Konflikten und Visionen auseinanderzusetzen.
Ein weiteres beliebtes Begegnungsformat sind die Deutsch-Amerikanischen Stammtische im Rahmen unseres WiR!-Programms. Sie bieten regelmäßig Gelegenheit zum persönlichen Austausch und lebhaften Gesprächen über aktuelle Themen. Im vergangenen Jahr fanden fünf dieser Stammtische in Ramstein-Miesenbach statt. Weitere Stammtische in Spangdahlem, Baumholder, Mehlingen und Glan-Münchweiler statt. Mehr dazu im Berichtspunkt „Willkommen in Rheinland-Pfalz!“.
Mit „Sounds of America“ haben wir im Rahmen des Auswärtigen Amts-Projekts eine weitere erfolgreiche Reihe fortgeführt. Drei Konzerte mit Künstler*innen in Kaiserslautern, Mainz und Vinningen flossen in unser Programm 2025 ein. Den Anfang machte Flagship Romance aus Louisville (Kentucky), die im Rahmen der Festlichkeiten zum 30jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Louisville und Mainz im Institut français auftraten. Nach ihrem ersten Gastspiel 2022 im Rahmen unserer Konzertreihe folgte auch im vergangenen Jahr die vom Rolling Stone-Magazin als „Band to Watch“ ausgezeichnete Band „Willow Hill“ aus Nashville (Tennessee) nach Rheinland-Pfalz. Im Haus am Lindenbrunnen in Vinningen spielten sie ihre moderne Interpretation klassischer Countrymusik von ihrem aktuellen Album "Better Together". Anlässlich des 19. Deutsch-Pennsylvanischen Tages in Kaiserslautern konnten wir mit „The Shooflies“ eine ganz besondere Band nach Rheinland-Pfalz bringen. Seit über 300 Jahren leben die Nachfahren kurpfälzischer Auswanderer in Pennsylvania. Bis heute haben sie ihre Mundart und ihre Traditionen bewahrt. Zu ihnen gehört auch die Familienband aus dem Südosten Pennsylvanias, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die traditionelle pennsylvanisch-deutsche Musik zu erhalten. Sie verkörpern die enge Verbindung zwischen Rheinland-Pfalz und dem US-Bundesstaat Pennsylvania musikalisch wie kaum eine andere Band.
Auch 2025 bildeten die bewährten Kooperationsformate mit der Fridtjof-Nansen-Akademie (FNA) in Ingelheim wieder einen festen Pfeiler unseres Programms. Insgesamt boten wir vier Seminare sowie das bereits erwähnte Online-Panel „Europa rüstet sich – aber wofür?“ an. Den Auftakt machte zu Jahresbeginn eine Analyse zur Zukunft der US-Demokratie. Ein besonderes Highlight war zudem das traditionsreiche Seminar „Free At Last. Afroamerikanische Geschichte und Gegenwart“, das zugleich als inhaltliche Vorbereitung für eine Exkursionsreise der FNA durch die amerikanischen Südstaaten diente. Auch 2025 boten wir wieder ein Jugendseminar an, das gemeinsam mit der FNA und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung organisiert wurde. Unter dem Titel „What’s next? The U.S. and its Role in the World“ stand hier die künftige US-Außenpolitik unter „America First“-Vorzeichen im Fokus. Abgerundet wurde das vielfältige Angebot durch unsere beliebte Reihe „Musik und Politik“, in der wir uns diesmal der spannenden Rezeption von Folk, Blues und Jazz in der Bundesrepublik und der DDR widmeten.
Das transatlantische Jahr wurde von Direktor Dr. David Sirakov und der stellvertretenden Direktorin Sarah Wagner im Podcast „Amerikas Verfassung. Politik und Gesellschaft in den USA“ der Atlantischen Akademie umfassend analysiert und kommentiert. Die acht Folgen erreichten rund 8.700 Hörer*innen. Der Podcast ist unter www.atlantische-akademie.de/podcast sowie über gängige Podcast-Plattformen abrufbar.
Auch der YouTube-Kanal der Atlantischen Akademie verzeichnete im vergangenen Jahr rund 3.000 Zugriffe und über 745 Wiedergabestunden – eine Verdopplung der Aufrufe und eine Vervierfachung der Wiedergabedauer.
Im Programmjahr 2025 konnten wir die Teilnahmezahlen der vorangegangenen Jahre nicht erreichen. Über sämtliche Veranstaltungsformate und Kommunikationskanäle hinweg erreichte die Atlantische Akademie im Jahr 2025 mindestens 23.200 Interessierte. Der Rückgang um ca. 3.400 Erreichte ist auf zwei Umstände zurückzuführen: Einerseits haben an den Outreach-Veranstaltungen unter Beteiligung der Atlantischen Akademie in Form des Landesprogramms „Willkommen in Rheinland-Pfalz!“ weniger Personen teilgenommen als in den Vorjahren. Andererseits konnten aufgrund der sich außergewöhnlich lange hinziehenden vorläufigen Haushaltsführung des Bundes und der damit fehlenden Mittelbescheidung durch das Auswärtige Amt wichtige und teilnahmestarke Projekte nicht durchgeführt werden.
Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein sehr starkes Jahresergebnis der Atlantischen Akademie, welches die Qualität, Relevanz und Wirkung unseres Programms erneut unterstreicht.
Im Jahr 2025 setzte das WiR!-Programm seinen Fokus auf die kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der Umsetzung ihrer lokalen Projekte. Der Kreis der beteiligten Gemeinden umfasste 41 Kommunen und wurde durch den Beitritt von Erfenbach (Stadtteil Kaiserslautern) auf insgesamt 42 erweitert. Den Kommunen stand ein breit gefächertes Unterstützungsangebot zur Verfügung. Ein zentrales Instrument der Programmumsetzung stellten die bilateralen Planungsgespräche mit den jeweiligen kommunalen Verantwortlichen dar. Diese ermöglichten eine strukturierte Abstimmung und zielgerichtete Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Aktivitäten vor Ort. Die im Rahmen des WiR!-Programms bereitgestellten Fördermittel trugen maßgeblich dazu bei, eine Vielzahl von Projekten zur Stärkung des deutsch-amerikanischen Miteinanders zu realisieren. Die Projekte wurden dabei eng im Planungs- und Antragsprozess begleitet. Ergänzend fand ein kommunaler Erfahrungsaustausch im Rahmen des jährlichen WiR!-Programmfamilientreffens in Mainz statt.
Die WiR!-Onlinekanäle stellen für US-Militärangehörige eine wichtige Informationsquelle zum Leben in Rheinland-Pfalz dar und leisten aufgrund ihrer globalen Reichweite einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Öffentlichkeitsarbeit sowie zur positiven Darstellung der rheinland-pfälzischen Lebensumgebung. Über die WiR!-Facebookseite wurden die teilnehmenden Gemeinden und deren Aktivitäten kontinuierlich präsentiert. Ergänzt wurde dies durch regelmäßige Beiträge zu kulturellen Angeboten, Veranstaltungen und touristischen Themen. Die hohe Reichweite und Interaktionsrate mit über 12.000 Followern machte zugleich einen entsprechend intensiven redaktionellen und betreuenden Aufwand erforderlich. Im Jahr 2025 verzeichnete die WiR!-Website rund 24.000 Besucher*innen und erwies sich damit als wichtige digitale Orientierungshilfe für US-Familien. Die Relevanz des Portals innerhalb der US-Community wird insbesondere durch die mehr als 3.000 Einträge zu lokalen Angeboten sowie den unterschiedlichen Ehrenamtsmöglichkeiten unterstrichen.
Die Kommandeur*innen der US-Militärstützpunkte fungieren als zentrale Ansprechpartner für die strategische Unterstützung des WiR!-Programms. Neu eingesetzte Führungskräfte wurden im Rahmen der WiR! Leadership Briefings regelmäßig über Zielsetzung, Inhalte und Arbeitsweise des Programms informiert, um einen ersten Kontakt herzustellen und eine verlässliche und kontinuierliche Zusammenarbeit während ihrer Stationierung zu fördern. Der enge Austausch mit der US-Militärführung gewährleistet dabei eine breite institutionelle Unterstützung der WiR!-Initiativen. Diese Zusammenarbeit wurde im Berichtszeitraum auch öffentlich sichtbar gemacht, unter anderem durch die Verleihung des jährlichen „WiR! Appreciation Award” an Raquel „Renae“ Fischer, Executive Director der 86th Airlift Wing. Die vertrauensvolle Partnerschaft mit der US-Militärführung bildet eine wesentliche Grundlage für die zielgerichtete Ansprache der Militärangehörigen und wird durch die regelmäßige Teilnahme des WiR!-Koordinators an repräsentativen Veranstaltungen weiter vertieft. Auf operativer Ebene ermöglichen enge Kontakte zu militärischen Dienststellen eine effiziente Bekanntmachung der Programmangebote innerhalb der Militärstrukturen. Die aktive Einbindung in Führungsgremien und Netzwerke, wie etwa das PAO Network der Kaiserslautern Military Community, verdeutlicht die nachhaltige institutionelle Verankerung des Programms. Die Zusammenarbeit mit deutsch-amerikanischen Institutionen erwies sich auch im Jahr 2025 als erfolgreich, indem gemeinsame Projekte, wie Stadtführungen, Wanderungen oder Schülerkunstausstellungen zur stärkeren Identifikation amerikanischer Familien mit ihrem lokalen Umfeld beitrugen.
Die öffentliche Wahrnehmung des WiR!-Programms sowie der deutsch-amerikanischen Aktivitäten in den WiR!-Gemeinden wurde durch eine kontinuierliche Medien- und Pressearbeit nachhaltig gestärkt. Die Deutsch-Amerikanischen Stammtische boten einen niederschwelligen Rahmen für interkulturelle Begegnungen und förderten den Aufbau persönlicher Netzwerke zwischen der lokalen Bevölkerung und US-amerikanischen Bürger*innen. Ergänzend dazu ermöglichten zentrale WiR!-Veranstaltungen US-Familien vielfältige Einblicke in deutsche Kultur- und Freizeitangebote und unterstützten damit das Einleben vor Ort. Die Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt-Projekt der Atlantischen Akademie wurde im Jahr 2025 fortgesetzt. Ein Beispiel hierfür ist die German-American Comedy Night in Landstuhl, die als Kulturveranstaltung neue Begegnungsräume für beide Seiten eröffnete. Die Veranstaltungsreihe „Brown Bag Luncheon“ leistete einen gezielten Beitrag zur Unterstützung US-Mitbürger*innen bei unternehmerischen Vorhaben. Im Berichtsjahr wurde das Format erstmals in Kooperation mit der RPTU Kaiserslautern sowie dem Business + Innovation Center Kaiserslautern auf internationale Studierende und US-Amerikaner*innen ausgeweitet. Mit nahezu 50 Teilnehmenden fand das neue Angebot eine sehr positive Resonanz. Das Projekt „Kindergarten Ambassadors“ eröffnete US-Mitbürger*innen Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement in beteiligten Kindertagesstätten. Durch die gezielte Bewerbung der Ehrenamtsoptionen über die WiR!-Onlinekanäle konnten zahlreiche Interessierte erfolgreich an die Projektkoordination vermittelt werden. Auch die Ansprache der WiR!-Gemeinden durch den Koordinator führte dazu, dass weitere Kindergärten auf das Projekt aufmerksam gemacht werden konnten und sich zur Beteiligung entschlossen. Die Deutsch-Amerikanische Schülerkunstausstellung im Rathaus in Kaiserslautern mit Grußworten von Oberbürgermeisterin Beate Kimmel und KMC Commander Maj. Gen. Paul Moga und über 100 ausgestellten Kunstwerken förderte die Begegnung zwischen deutschen und amerikanischen Schüler*innen sowie deren Familien. Das Event würdigte zugleich das künstlerische Engagement junger Menschen innerhalb der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft. Darüber hinaus wurden auch im Jahr 2025 die „WiR!-Schulen“ und „WiR!-Kindergärten“ bei ihrem Engagement zur Förderung der deutsch-amerikanischen Verständigung in Rheinland-Pfalz unterstützt.
Die Atlantische Akademie verfügte im Jahr 2025 weiterhin über fünf Mitarbeiter*innen. Unser Praktikumsplatz war bis auf fünf Wochen (inkl. der Neujahrs- sowie Weihnachtswochen) durchgehend besetzt, allerdings gab es in drei Wochen Doppelbesetzungen, also verfügte die AA in dieser Zeit über zwei Praktikant*innen. Im Jahr 2026 ist der Praktikumsplatz bereits bis einschließlich September vollständig vergeben.
Die tiefgreifenden Veränderungen im Zuge der zweiten Trump-Administration hatte bedauerlicherweise Auswirkungen auf das Rheinland-Pfalz Transatlantic Ambassador Internship Program (RP TAIP). Interessierte Studierende des Center for German and European Studies der Georgetown University in Washington, DC, wollten aufgrund einer deutlich gestiegenen Unsicherheit im US-Universitätssystem nicht ein Praktikum im Ausland antreten. Für das Jahr 2026 haben wir einen neuen Anlauf gestartet und sind — insbesondere nach den beiden erfolgreichen Besuchen an der Georgetown University im vergangenen Jahr (mehr hierzu unter „Gefragte Expertise“ — zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr den Praktikumsplatz wieder besetzen können. Mehr Informationen über das Programm und die bisherigen RP TAIP-Absolvent*innen finden Sie auf unserer Website.
Die Expertise der AA-Mitarbeiterinnen fand 2025 große mediale und politische Resonanz. Insgesamt gaben die Mitarbeiter*innen 65 Interviews, die sich in folgende Kategorien gliedern:
Eine detaillierte Auflistung der Publikationen, Vorträge und Konferenzbeiträge unserer Mitarbeiter*innen findet sich auf der Website der AA unter https://www.atlantische-akademie.de/akademie/team.
Der Austausch mit Entscheidungsträger*innen bleibt ein zentraler Bestandteil der Beratungssäule. Mit Beginn der zweiten Trump-Administration und dem üblichen umfangreichen personellen Wechsel bei einem Wechsel im Weißen Haus ist es besonders wichtig, bestehende und neue Kontakte in Washington, D.C. zu pflegen.
Vor diesem Hintergrund reisten die stellvertretende Direktorin Sarah Wagner und Direktor Dr. David Sirakov im März 2025 nach Washington, D.C. Dabei knüpften sie wichtige Kontakte, unter anderem zu US-Korrespondent*innen deutscher Zeitungen, Expert*innen einschlägiger US-Think Tanks, der Deutschen Botschaft und dem Center for German and European Studies der Georgetown University.
Die Erkenntnisse dieser Reise flossen in einen zweiten Besuch des Direktors ein: Vom 27. September bis 4. Oktober 2025 begleitete Dr. David Sirakov eine Delegation der rheinland-pfälzischen Landesregierung unter Führung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Der Delegation gehörten zudem die Minister*innen des Innern, für Wirtschaft und für Kultur, Landtagsabgeordnete aller Fraktionen sowie Repräsentant*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Kultur an. In der Vorbereitung unterstützte Dr. Sirakov die Organisator*innen in Staatskanzlei und Ministerium des Innern und für Sport sowie die Delegationsleitung beratend.
Neben zahlreichen Treffen mit Vertreter*innen der neuen Administration präsentierte sich die Atlantische Akademie anlässlich der Festlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft mit der Ausstellung „100 Jahre US-Präsenz“ und dem Programm „Willkommen in Rheinland-Pfalz! Unsere Nachbarn aus Amerika“. Zudem wurde im Rahmen einer Veranstaltung an der Georgetown University eine Freundschafts- und Partnerschaftserklärung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Prof. Abraham Newman, PhD (Direktor des dortigen Center for German and European Studies) sowie Dr. David Sirakov unterzeichnet. Die Delegationsreise unterstrich damit erneut die Bedeutung der Atlantischen Akademie als Impulsgeber und Ort der Beratung für die transatlantischen Beziehungen in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus.
Auch in Forschung und politischer Bildung war das Team der AA 2025 sehr produktiv. So veröffentlichte Dr. David Sirakov anlässlich der 100-Tage-Marke der zweiten Trump-Administration einen Artikel auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung.[1] Zudem verfassten die stellvertretende Direktorin Sarah Wagner und Direktor Dr. David Sirakov einen Beitrag zur Rolle politischer Bildung im transatlantischen Raum.[2] Hinzu kamen drei Einträge der stellvertretenden Direktorin in unserem Atlantischen Blog.[3]
[1] Vgl. Sirakov, David (2025): Das System als Endgegner. 100 Tage Trump-Administration 2.0, in: Dossier USA, Bundeszentrale für politische Bildung, 30.04.2025, https://www.bpb.de/themen/nordamerika/usa/561711/das-system-als-endgegner/.
[2] Vgl. Sirakov, David/Wagner, Sarah (2025): Die politische Bildungsarbeit im transatlantischen Kontext, in: Wolfgang Petritsch, Patrick Horvath (Eds.): Europa und USA – das transatlantische Verhältnis auf dem Prüfstand, 2. aktualisierte und ergänzte Auflage, S. 156-166, https://uni.leykamverlag.at/produkt/europa-und-usa/.
[3] Vgl. https://www.atlantische-akademie.de/publikationen/atlantischer-blog.
Das Jahr 2026 hält eine Vielzahl an programmatisch bedeutenden Themen bereit. Zum einen begehen die USA in diesem Jahr das 250. Jubiläum ihrer Unabhängigkeitserklärung. Zum anderen wurde das erste Jahr der zweiten Trump-Administration von einer besorgniserregenden Erosion demokratischer Institutionen und Werte in den USA begleitet. Darüber hinaus bieten sich weitere thematische Anknüpfungspunkte an: eine historische und aktuelle Einordnung der Unabhängigkeitserklärung im Spannungsfeld von Freiheitsversprechen und gesellschaftlicher Realität, der Zustand und die Resilienz demokratischer Institutionen in den USA einschließlich Checks and Balances und politischer Kultur sowie die Folgen von Polarisierung, Desinformation und digitalen Öffentlichkeiten für demokratische Willensbildung. Gerade vor dem Hintergrund der im November dieses Jahres stattfindenden Kongresswahlen wird es ein besonderes Augenmerk auf diese Aspekte der US-amerikanischen Innenpolitik geben. Ergänzend wollen wir die Bedeutung transatlantischer Beziehungen für Politik, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa herausarbeiten. Nicht zuletzt muss politische Bildung als Instrument demokratischer Selbstvergewisserung in den Mittelpunkt gerückt werden, insbesondere im Umgang mit antidemokratischen Tendenzen und schwindendem Vertrauen in Institutionen und die Demokratie selbst.
Dieser komplexen Konstellation begegnet die Atlantische Akademie mit einem inhaltlich breit gefächerten Programm. Die volatile innen-, außen- und sicherheitspolitische Situation im transatlantischen Raum prägt die Programmplanung dabei unmittelbar. Zu den zentralen Einflussfaktoren zählen die innenpolitischen Spannungen in den USA, Washingtons deutliche Abkehr von bisherigen weltpolitischen und transatlantischen Gewissheiten, die fortdauernde russische Aggression gegen die Ukraine sowie der strukturelle Wandel der internationalen Ordnung von regel- zu machtbasierter Politik durch Groß- und Mittelmächten.
Unsere etablierten Formate bleiben tragende Säulen des Programms: An erster Stelle steht die „Summer School 2026“ als Flaggschiff, ergänzt durch die DGfA-Tagung sowie die vielfältigen Reihen Let’s Talk America, America on Screen, Sounds of America und Trump 2.0.
Insgesamt haben wir 103 Projekte vorgesehen:
Auch in der Jahresplanung 2026 setzt die Atlantische Akademie auf den bewährten Dreiklang aus Präsenz-, Hybrid- und Online-Formaten.[1] Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass diese Flexibilität dem veränderten Teilnahmeverhalten am besten gerecht wird. So können wir auch im kommenden Jahr ein vielfältiges und attraktives Programm anbieten und freuen uns darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen zu begrüßen.
[1] Aufgrund der thematischen, zeitlichen wie auch örtlichen Volatilität der vergangenen Jahre halten wir daran fest, in der Projektjahresplanung mit höchstmöglicher Flexibilität zu agieren. Daher finden sich in der Übersicht der geplanten Projekte u.U. keine konkreten Daten zu Terminen und Veranstaltungsorten.